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Presseartikel aus dem Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers vom 13.04.2011 hier downloaden.

"Bado ... konzentriert sich ganz aufs exzellente Grundprodukt, das er mit großer Sorgfalt zubereitet und mit eher wenigen korrespondierenden Aromen in Szene setzt.  Pulpo, Kalbskopf und Tomate genügen zum Einstieg, weil sie wie von selbst zueinander finden und keinerlei Beiwerk brauchen.  An individuellen Akzenten fehlt es nicht: Ein Brioche/Apfel-Müsli zur Enterleberterrine ist ausgesprochen originell.  Dem stattlichen Steinbutt auf Safransauce und Fenchelragout wird ein deutsch-französisches Parmentier von Büsümer Krabben hinzugesellt, das köstlich nach Kartoffelacker schmeckt.  ... Bestens behandelten Hummer gibt es auf zwei Arten: als Salat in Zitronenvinaigrette und à la provençale auf Ratatouillegemüse.  Wer Lammnüsschen ordert, kriegt die kandierte Zunge als delikates Extra, die Taube fliegt mit duftenden Aprikosen heran, und bei Bries und Kotelett vom Kalb sind wir sogar richtig gerührt: Das hervorragende Fleisch stammt von einem niederländischen Züchter (Peters Farm), der seinen Viechern so innig verbunden ist, dass sich die Vita eines jeden vom Prachtstück auf dem Teller bis zur kalbenden Kuh zurückverfoglen lässt.  Nachdem wir die Tränen getrocknet und die Kapernsauce bis zum letzten Tropfen weggeputzt haben, sehen wir noch bezaubernd schöne Bilder aus der Pâtisserie (einen Schokoladenkuchen im Brombeerrausch oder Bados Pfirsich-Phantasie) - und prophezeien den 17. Punkt im nächsten Guide.  Das runde Dutzend Speisen wird ohne Änderungen in zwei Menüs zusammengefasst, die eine Mahlzeit im verblüffend preisgünstigen Poêle d'or noch erschwinglicher machen.  Wem dies trotzdem zu teuer ist, der kann nebenan im ebenfalls wiederauferstandenen 'Bistrot B' noch kräftiger sparen - bei Quiche Lorraine, Soupe de poisson oder Entrecôte Sauce Bourguignonne.  Damit man es mit dem Sparen aber nicht zu toll treibt, legt Maître-Sommelier Vucelja eine Weinkarte vor, die unweigerlich zum Bacchanal verleitet.  Immerhin schenkt der freundliche Service - Dieu merci! - manch respektable Bouteille auch glasweise aus."

"Jean-Claude Bado ist nach mehrjähriger Pause an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt.  Sein damaliger Oberkellner leitet auch heute aufmerksam den Service.  Modernes Ambiente, klassische Küche und gute Weine.  Leger: das Bistro mit unkompliziertem Angebot."

"Bado kocht schnörkellos und lässt das Produkt sprechen - im Traditions-Menü wie zu Vaters Zeiten mit Entenleberterrine nebst Apfel-Quiche und Apfel-Chutney, Steinbutt mit Safran auf Fenchelragout und Taubenbrust mit Trüffelsauce; jahreszeitlich mit Salat vom frischen Hummer in Zitronenvinaigrette und Lammnüsschen samt kandierter Zunge.  Das sind präzise zubereitete Delikatessen, arrangiert auf Stromlinien-Porzellan und ohne Steifheit serviert, von den passenden Weinen auch glasweise begleitet und gemessen am Niveau vergleichsweise preiswert.  Das Ambiente erinnert an früher, ist aber komplett neu.  Mittags gibt es für 26 Euro ein Zweigang-Menü, und im Bistro wird französische Landküche für kleines Geld serviert.  Köln hat eine Gourmet-Adresse mehr."

Report Köln und Umgebung

"Im Zentrum von Köln, nur einen Katzensprung vom Dom entfernt, findet der Feinschmecker eine Oase der Kulinarik: La Poêle d'or.  Ein Altbekannter will hier, an seiner alten Wirkungsstätte, die Köner wieder verwöhnen.  Jean-Claude Bado ist seit fast 40 Jahren den Kölner Gourmets ein Begriff.  Und auch Serviceleiter und Sommelier Milos Vucelja gehört in dieses Haus.  Zusammen geben die beiden dem luxuriösen Restaurant den Hauch von Klasse, das gewisse Etwas."

"Die Beschreibungen der Gerichte in der Karte lassen ein gewisses System erkennen.  Es gibt typische Spitzenküchen-Produkte von Foie gras über Hummer bis zum Saint-Pierre, die jeweils mit einem Element kombiniert werden, das einen gewissen Reiz verspricht und gespannt auf das macht, was die Küche denn nun damit anfangen wird. So zum Beispiel beim ‹Winterlichen Salat mit Hummer und Roter Bete" (19 Euro). Im Mittelpunkt stehen zart gegarte Hummerstücke mit einem Salat von Rukola und Rote-Bete-Blättern.  Hinzu kommen ein fruchtiges Gelee mit ein wenig Säure und eine gefüllte Rote-Bete-Rolle, die erfreulich präzise nach roher Roter Bete schmeckt.  Die Säure vom Gelee sorgt für eine leicht erfrischende Balance, die zurückhaltende Garung der Roten Bete für Natürlichkeit. ... Auch bei der ,,Entenbrust mit Blätterteig von Entenstopfleber-Confit und Himbeeressig" (27 Euro) bleibt die Küche exakt auf dem eingeschlagenen Kurs. Die erstaunlich dicke Brust bildet den guten Mittelpunkt, der Blätterteig wirkt traditionell, und der Himbeeressig balanciert das Gericht aus.  Erfreulich und im Stil recht französisch fällt die Weinbegleitung aus. Sie reicht von einem ViréClessé mit kräftiger Süße und einer schönen Reifenote zur Foie gras über einen körperreichen Sancerre von Prieur bis zu einem kleinen, aber passenden Bordeaux zur Ente."

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 9. Januar 2011